Homöopathie
Es gibt Menschen, die sagen Homöopathie ist nichts anderes als Scharlatanerie und wirkt nur über den Placebo-Effekt.
Was ist Homöopathie?
Anders als in der Schulmedizin wird der Patient als Ganzes gesehen. Seine Erlebnisse, seine Krankheiten, ja seine Lebensgeschichte ergeben ein Bild, welches es dem Homöopathen ermöglicht eine Diagnose zu stellen und das passende Mittel zu finden. Und hier ist der Unterschied zur Schulmedizin es gibt kein Einheitsmittel. Sondern für jedes Individuum wird sein spezielles Mittel gewählt.
Das richtige homöopathische Mittel zu finden, was die Grundlage der homöopathischen Heilung ist, benötigt aber gewisse Kenntnisse. Schon Hippokrates (etwa 460 bis 375 v. Chr.) hatte formuliert „Similia similibus curantur“: „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“.
Samuel Hahnemann (10.04.1755 – 02.07.1843) der Begründer der Homöopathie griff diese Theorie auf, weil er mit der damaligen Arzneimittellehre nicht einverstanden war. Er war sogar so unzufrieden, dass er den Lebensunterhalt für sich und seine Familie nicht als Arzt, sondern als Abschreiber und Übersetzer verdiente. Er beherrschte sechs Sprachen in Wort und Schrift. Als er die Materia medica von Cullen, einem bedeutenden schottischen Pharmakologen, übersetzte, stieß er auf die Behauptung, Chinarinde heile Wechselfieber. Dieses war auch das erste Mittel, welches Hahnemann an sich zuerst prüfte.
Constantin Hering zählt zu den Begründern der Homöopathie in Amerika, hatte dazu aber eine richtiggehende Saulus-Paulus-Verwandlung hinter sich gebracht.
Er war 1820 von seinem Lehrmeister, dem Chirurgen Jakob Heinrich Robbi, angeregt worden, etwas zu verfassen was die Irrlehre Homöopathie widerlegen würde. Daraufhin schrieb er ein Buch und einen Sketch. Er hatte aber Schwierigkeiten für diesen Sketch in Leipzig Schauspieler zu finden, weil diese alle bei Hahnemann in Behandlung waren. So beschäftigte er sich näher mit der Homöopathie und machte bei sich selbst den Versuch mit der Chinarinde. Er musste dabei feststellen, dass es stimmte, was Hahnemann dazu geschrieben hatte. Gänzlich überzeugt von der Homöopathie wurde er aber erst, als er sich bei einer Sektion eines Leichnams verletzte, der Finger abgenommen werden sollte und ein Freund ihm rat Arsenicum album C 30 einzunehmen. Nach einer Woche war der Finger wieder völlig hergestellt.
Seit dem Weltkongreß der Homöopathie in Berlin im April 1997 und der Verleihung des alternativen Nobelpreises an den griechischen Homöopathen Georges Vithoulkas ist in der Wissenschaft allgemein bekannt: Die Homöopathie wirkt, aber wir wissen noch nicht wie und warum.
Inzwischen ist bekannt, dass man die Wirkungsweise der Homöopathie mittels der Quantenphysik erklären kann.
Die Homöopathie besteht aus drei Säulen
- das Ähnlichkeitsprinzip
- der Arzneimittelversuch und
- die Lebenskraft.
Man muss also mittels der gesamten festgestellten Symptomen des Tieres anhand eines Repertoriums das ähnlichste Mittel herausfinden.
In dem Repertorium sind die einzelnen Symptome, die bei den Arzneimittelversuchen zu den einzelnen Mitteln festgestellt wurden, aufgeführt.
Die noch vorhandene Lebenskraft ist wichtig, damit die Selbstheilungskräfte mittels der so gewählten homöopathischen Arznei aktiviert werden.
Hahnemann schrieb in seinem Werk über chronische Krankheiten, dass es bei akuten Krankheiten ausreichen würde, wenn man die Wirkungsweise eines Heilkrautes kennt, aber um erfolgreich eine chronische Krankheit zu heilen, ist die Kenntnis der Arzneimittelprüfung erforderlich. Nun kann kein Mensch eine Materia medica mit 300 bis 1.400 Mitteln durchlesen, um dann zu wissen, welches das ähnlichste Mittel für die entsprechende Krankheit ist. Dazu benötigt man ein Repertorium.
In der Schulmedizin gibt es kein Mittel, welches bei Viren hilft. Wenn man das Wirkungsprinzip der Homöopathie verstanden hat und man die entsprechenden Fachbücher besitzt, ist man in der Lage u.a. auch das richtige Mittel bei einer Virusinfektion zu finden.
Ich selbst ziehe zur Repertorisierung alle im Repertorium Universale vorhandenen Mittel (ca. 2.400) heran und nehme dazu nicht nur eine Liste der „gebräuchlichsten“ homöopathischen Mittel. Es gibt auf dem Markt auch mehr homöopathische Mittel, als hier in Deutschland produziert werden, so dass man das gewählte ähnlichste Mittel zur Behandlung auch zur Verfügung hat.
Quellenverzeichnis
Homöopathie, Autor: Gerhard Ruster
Handbuch Homöopathie, Autor: Josef Heinrich P. Kreuter