Die richtige ErnÀhrung Ihrer Katze kann Folgekosten sparen
6. August 2006Ballaststoffe in der Nahrung
Da Katzen sich viel putzen, verschlucken sie dabei Haare. Freigänger fressen Gras, welches dann zusammen mit verschluckten Haaren erbrochen wird.
Wer mag schon bei seinen reinen Wohnungskatzen häufig erbrochene Haare auf der Auslegware? Aber diese lose verschluckten Haare können im Magen sogenannte Haarballen bilden. Bei ballaststoffreicher Ernährung werden diese dann einfach ausgeschieden. Bei der Reinigung des Katzenklos fällt einem hin und wieder auf, dass der Kot ein festes Gebilde von mitunter 10 cm LĂ€nge und von Haaren durchsetzt ist.
Scheiden Katzen diese Haarballen nicht auf natĂŒrlichem Wege aus, wundert sich der Katzenbesitzer, warum die Katze abmagert. Sind im Haushalt mehrere Katzen fĂ€llt vielleicht gar nicht auf, dass diese Katze auch weniger frisst als sonst. In dem Fall kann ein solcher Haarballen zur Verstopfung bzw. Darmverschluss gefĂŒhrt haben. Wenn die Behandlung mit Öl oder Einlauf nicht hilft, muss die Katze operiert werden, sonst kann sie daran sterben.
Bei unserem Kimba half die Behandlung mit Speiseöl und so blieb ihm eine Operation erspart, aber seitdem bekommen unsere Katzen Futter mit Ballaststoffen. Langhaarige Katzen neigen aber auch eher zu der Bildung von Haarballen, als kurzhaarige Rassen. Auch ist die Gefahr von lebensbedrohlichen Haarballen wĂ€hrend des Fellwechsels höher als sonst. Ich konnte leider nicht feststellen, dass eine regelmĂ€Ăige Fellpflege das Problem mit den Haarballen verringert.
Eine andere Alternative ist die wöchentliche Gabe von Öl, Butter oder Malzpaste, ist bei ĂŒbergewichtigen Katzen aber auch nicht unbedingt empfehlenswert.
Fettlösliche Vitamine
Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K müssen über das Futter zugeführt werden. Die meisten Tiere können dabei das Vitamin A aus Pflanzeninhaltsstoffen selbst herstellen. Die Katze ist dazu jedoch nicht in der Lage und ist darauf angewiesen, das Vitamin A in Form von tierischer Nahrung aufzunehmen. Vitamin A kommt in seiner aktiven Form in Lebertran, Leber, Fischen, Milch, Eidotter vor. Allerdings vertragen Katzen im Allgemeinen Milch nicht, weil ihnen fĂŒr die Verdauung ein Enzym fehlt.
Das Vitamin D kann eine Katze selbst bilden, wenn sie ein Sonnenbad nehmen kann, aber nicht hinter einer Glasscheibe, die UV-Strahlen absorbiert. Aus diesem Grund wĂ€re es bei diesen Katzen wünschenswert, wenn dieses Vitamin ĂŒber das Futter zugeführt wird. Es ist wichtig für das Wachstum und Entwicklung und Erhaltung von kräftigen Zähnen, Knochen, Sehnen und BĂ€ndern. NatĂŒrliche Quellen von Vitamin D sind: u.a. Fleisch, Leber, Lebertran, Kalbfleisch, Heringe, Lachs, Thunfisch, Sardinen, Eigelb, Milch.
Vitamin E gilt nicht nur als FĂ€nger von freien Radikalen, sondern es unterstützt auch in Zusammenarbeit mit Selen die Bildung von Antikörpern und Fresszellen der Abwehr, zum Beispiel bei Infektionen, vor allem Viruserkrankungen. Es fördert den Energiestoffwechsel, sorgt fĂŒr richtiges Gewebewachstum und die Gesunderhaltung der roten Blutkörperchen. Auch der Vitamin-B-Komplex und Vitamin C sind vor Oxidation geschĂŒtzt, wenn Vitamin E im Verdauungstrakt ausrechend vorhanden ist. Vitamin E Mangel kann zu Gallenblasen- und Pankreas-EntzĂŒndung führen.
Vitamin E kommt in Spuren fast in allen Lebensmitteln vor, allerdings nur in relativ niedrigen Dosen in Fleisch, Fisch, Leber, Eidotter. Biologisch am wirksamsten soll das Vitamin E u.a. aus Olivenöl, Weizenkeimen, Vollgetreide, Hafer, Soja sein.
Zum Vitamin K habe ich in der Fachliteratur nur gefunden, dass es noch nicht vollständig erforscht sein soll.
Wasserlösliche Vitamine
Zu den wasserlöslichen Vitaminen zählen der Vitamin-B-Komplex und das Vitamin C. Durch die Nahrungsumstellung, die die Katze als Heimtier erfahren hat, und durch die zunehmende Umweltverschmutzung ist eine Zufütterung sinnvoll. Eine Überdosierung ist nicht möglich.
Alle Vitamine des B-Komplexes sind wichtig fĂŒr Nerven, Haut und Haar und sorgen fĂŒr FitneĂ und einen gesunden Appetit. Sie sind in Bierhefe, Innereien, Blütenpollen, Weizenkeime, Getreide und zum Teil in Fleisch enthalten. Ein Mangel kann sich unter anderem in Gewichtsverlust, Hauterkrankungen, Augentränen, Atemgeruch und blutigen Durchfall äußern.
Proteine
Gute Proteinlieferanten sind Muskelfleisch (Pute, Huhn, Lamm, Rind, Pferd, Kaninchen, Wild), Fisch, Eier, wertvolle Innereien (Leber, Herz, Nieren). SchlachtabfĂ€lle wie Lunge, Euter, Milz, Bindegewebe, Sehnen oder Haut haben eine niedrige biologische Wertigkeit und Verdaulichkeit und sollten deshalb nicht gefüttert werden. Schwer verdaulich sind Milz, Euter, Lunge, Federn, DĂ€rme und alle Teile mit viel Bindegewebe.
Fette / Fettsäuren
Nicht empfehlenswert sind die billigen harten Fette (Talk). Die Katze erbricht sie meist, oder sie werden in Leber und Nieren gespeichert und können dort die Fettleberkrankheit auslösen. Oft setzten sie sich als Bauchfett an bzw. werden durch die TalgdrĂŒsen abgesondert, was sich durch ein fettiges Fell bemerkbar macht.
Qualitätsfette wie Hühner- und Geflügelfett, Fischöl, Sonnenblumenöl, Distel&ounl;l, Maiskeimöl können von der Katze optimal verwertet werden.
Omega-3-Fettsäuren sind u.a. in Makrele, Hering, Lachs, Thunfisch und Sprotten enthalten. Sie spielen eine starke entzündungshemmende Rolle.
Omega-6-Fettsäuren sind u.a. in Hanföl, Borretschöl, Sonnenblumenöl enthalten. Diese Fettsäuren bewirken ein schönes Fell der Katze.
Aber Achtung, gibt man einem minderwertigem Futter ungesĂ€ttigte Fettsäuren hinzu, besteht ein erhöhter Vitamin E-Bedarf. Es müss also dann auch Vitamin E dem Futter zugesetzt werden.
Mineralstoffe
Das richtige VerhĂ€ltnis von Kalzium und Phosphor betrĂ€gt bei einer Katze 1:1. Fleisch, Leber oder Herz müssen durch die Zugabe von Knochenmehl oder Futterkalk ergä werden. Ein zu hoher Phosphoranteil hat weiche Knochen beim Jungtier bzw. Osteoporose bei erwachsenen und alternden Tieren zur Folge. Ein ÜberschuĂ an Kalzium führt zu gestörter Knochenentwicklung, Skeletterkrankungen und zu anderen Mineralstoffdefiziten.
Magnesium ist wichtig fĂŒr Nerven- und Muskelsystem und kommt in HĂŒhnerfleisch, Schalentieren, Getreide und Milch vor.
Anmerkung zum Trockenfutter
Trockenfutter, welches mit den Vitaminen C und E konserviert wurde, muss von guter Qualität sein, denn minderwertige Zutaten lassen sich nicht effektiv mit Vitaminen konservieren. AuĂerdem sind diese Vitamine auch in größeren Mengen unschĂ€dliche Antioxidantien (nach dem heutigen Wissensstand).
Könnten Wohnungskatzen Mäuse fressen
Häufig wird vergessen, dass die Katze von wilden Vorfahren abstammt, die nicht nur mageres Fleisch, sondern ganze Tiere fraßen. Dadurch erhielten sie neben Muskelfleisch auch das Kalzium aus den Knochen, Natrium aus dem Blut, fett- und wasserlösliche Vitamine, essentielle Fettsäuren und Unverdauliches als wichtige Ballaststoffe.
Katzen brauchen ein Futter, das energie- und eiweißreich und sie mit genügend Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Sie brauchen mehr als doppelt soviel EiweiĂ wie wir Menschen und entsprechend weniger Fett und Kohlenhydrate.
Quellenverzeichnis und Literaturempfehlung
- Richtige KatzenernÀhrung, Harald Wenzel, FALKEN Verlag;
- Leckeres fĂŒr Katzenzungen, E. Sistonen-Schasche, GrĂ€fe und Ulzer Verlag;
- Katzensprechstunde, Vom richtigen Umgang mit unseren vierbeinigen Freunden, Dr. med. vet. Ludwig Bayer, VPM Verlagsunion Pabel Moewig KG;
- Kursbuch gesunde ErnĂ€hrung, Die KĂŒche als Apotheke der Natur, Ingeborg MĂŒnzing-Ruef, Verlag Zabert Sandmann GmbH